Medikamentöse Behandlung: Art und Einsatz von Medikamenten richten sich stets nach dem Schweregrad der Depression. Dabei werden soziale Faktoren, wie beispielsweise Partnerschaftsprobleme, als mögliche Mitauslöser nicht behandelt. Allerdingst kann durch die Linderung der typischen Symptome, wie Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Freudlosigkeit, die Problembewältigung in anderen Bereichen gefördert werden. Zur medikamentösen Behandlung von psychischen Störungen kommen sogenannte Psychopharmaka, bei Depressionen meist Antidepressiva zum Einsatz. Häufig besteht vor Einnahmebeginn Unsicherheit, auch bezüglich der Nebenwirkungen. Entgegen vielen Befürchtungen sind Antidepressiva jedoch keine Beruhigungsmittel und machen nicht süchtig oder high. Je nach Form und Beschwerden der Depression können PatientInnen neben Antidepressiva zusätzlich oder alternativ auf eine Behandlung mit Neuroleptika, Schlafmitteln oder Beruhigungsmitteln zurückgreifen.
Psychotherapeutische Behandlung: Die Psychotherapie als zentrale Behandlungsmethode nutzt Gespräche und Übungen in der Therapie psychischer Erkrankungen. Ob eine Psychotherapie sinnvoll ist oder nicht (z.B. aufgrund rein physischer Ursachen), kann durch den Psychotherapeut oder einen Arzt in der Sprechstunde festgestellt werden. Das Ziel der Therapie wird später zwischen PatientIn und PsychotherapeutIn eruiert und festgelegt. Um festzustellen, ob eine Psychotherapie und der Therapeut mit einem kompatibel ist, können probatorische Sitzungen durchgeführt werden.
Lichttherapie: Die Lichttherapie kann den körperbezogenen Therapien zugeordnet werden und ist stationär oder ambulant möglich. Sie eignet sich besonders zur Behandlung saisonal bedingter (Winter-)Depressionen und wird meist bei der Psychotherapie und Pharmakotherapie unterstützend eingesetzt. Im Rahmen einer Lichttherapie wird sich täglich über mehrere Tage bis Wochen für einen gewissen Zeitraum (meist 30-45 Min) einer Quelle mit einer bestimmten Lichtstärke ausgesetzt. Das über die Netzhaut des Auges aufgenommene Licht führt zu einer Ausschüttung bestimmter Botenstoffe im Gehirn, wodurch eine „Stimmungsaufhellung“ erfolgen kann. Dieser Effekt stellt sich häufig bereits nach wenigen Tagen der Behandlung einer saisonalen Depression ein. Die Lichttherapie bei Depressionen wird häufig auch prophylaktisch eingesetzt.
Wachtherapie: Die Wachtherapie, auch therapeutischer Schlafentzug bezeichnet, ist ein körperbezogenes Verfahren zur Behandlung von Depressionen. Sie erzielt bei depressiv Erkrankten häufig einen stimmungsaufhellenden Effekt und wird oft kombiniert eingesetzt. Hierbei bleiben an Depressionen Erkrankte meist zwei bis drei Nächte oder Nachthälften pro Woche wach – auch tagsüber. Der Behandlungseffekt tritt dann meist am Morgen ein. Der therapeutische Schlafentzug wird bevorzugt stationär, von manchen PatientInnen gelegentlich auch privat durchgeführt, um die depressive Symptomatik der niedergeschlagenen Stimmung aufzubessern.
Elektrokrampftherapie: Hat die Behandlung einer Depression mit Psychotherapie und/oder Pharmakotherapie nicht den erwünschten Erfolg erzielt, so kann eine Elektrokrampftherapie (EKT) zum Einsatz kommen. Dies ist meist bei Chronischen Depressionen oder schweren Depressionen der Fall. In diesem Verfahren wird das Gehirn unter einer kurzen Vollnarkose zwanzig bis dreißig Sekunden elektrisch gereizt, um eine Art „Reset“ durchzuführen. Die Behandlung der Depression mit EKT erfolgt meist mit sechs bis zwölf Anwendungen über einen mehrwöchigen Zeitraum und bewirkt häufig eine starke Besserung der depressiven Symptome.
Ketamintherapie: Esketamin-Nasenspray ist für die Behandlung der therapierefraktären Depression in Deutschland zugelassen. Der therapeutische Effekt von Ketamin tritt zügig, meist nach Stunden bis Tagen, ein. Esketamin wird über mehrere Wochen als Nasenspray verabreicht. In Einzelfällen kann Ketamin intravenös als Infusion verabreicht werden.1
Neurofeedback: Zur unterstützenden Behandlung von Depressionen kann Neurofeedback angewandt werden. In diesem schmerzlosen Verfahren wird mit Hilfe eines EEG die Gehirnaktivität über die Kopfhaut gemessen. Mithilfe von Farben, Tönen und weiteren Elementen wird diese auf einem Bildschirm dargestellt. Durch dieses Feedback soll der/die an Depressionen Erkrankte mit Übungen lernen, die eigene Gehirnaktivität zu steuern. Geübt wird bei Depressionen meist Einfluss auf die Aufmerksamkeit, Konzentration und das Bewusstsein zu nehmen.
Rehabilitationssport: Der Rehabilitationssport ist ein körperliches Therapieverfahren, das in den Behandlungsplan von Depressionen inkludiert werden kann. Dabei werden sportliche Übungen unter Anleitung von speziell geschulten LeiterInnen eingesetzt, um die Bewegungsfähigkeit der seelisch Erkrankten zu verbessern. Diese können nach ärztlicher Verschreibung sowohl stationär, als auch ambulant durchgeführt werden.
Aus der Depression
Bei den aufgeführten Verfahren handelt es sich um einen Einblick in mögliche Therapien bei Depressionen. Da die Entstehung einer depressiven Erkrankung multifaktoriell bedingt ist, gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, um „aus der Depression“ zu kommen. Welches Verfahren das richtige für Sie sind, kann nur im Rahmen einer persönlichen Anamnese mit einem professionellen Behandler herausgefunden werden.