Schließen wir die Augen: Vor uns der große, erhabene Wald. Es ist kein Wald aus dem Märchenbuch, der finster und dunkel daherkommt und Angst einflößend sein kann. Unser Wald ist licht und hell.
Vielleicht ist es Herbst und um uns herum sind die wunderbarsten Farbschattierungen der Bäume zu sehen. Vielleicht ist es ein Sommertag und vor uns liegt eine wunderbare Lichtung im leuchtend hellen Grün. Vielleicht laufen wir ein kurzes Stück ganz ohne Schuhe und Socken, über sanft federndes taufrisches Moos. Vielleicht lehnen wir uns an einen Baum und fühlen uns urplötzlich geerdet, im Schutze der mächtigen tiefverwurzelten Naturschönheit, die allem Tosen um sie herum zu trotzen vermag. In unserer Nase der Duft von Tannengrün oder frisch gefallenem Laub, diese typischen Gerüche, die wir mit Jahreszeiten verbinden. Um uns herum nur die zarten Klänge der Natur, Vogelgezwitscher, das Rauschen des Waldes, irgendwo das Plätschern eines Baches. Und während wir so am Baum lehnen, schiebt sich sanft ein Sonnenstrahl durch das Geäst und spendet uns angenehm wohlige Wärme ...
Allein die Vorstellung an einen Tag in der Natur wirkt sich beruhigend auf uns Menschen aus. Umso mehr verstärkt sich dieser Effekt, wenn wir in der Natur selbst sind. Der Wald verheißt uns Ruhe und Frieden, er steht für Sehnsucht und Kontemplation. Er vertreibt Anspannungen und Erschöpfung und lindert Stress. Wir fühlen uns nicht nur ruhiger, unser Körper fährt tatsächlich einen Gang runter: Der Blutdruck sinkt, das Herz schlägt langsamer, die Muskeln entspannen sich. Die Farbe Grün wirkt sich beruhigend und harmonisierend auf unseren Organismus aus.
Dass die Natur nicht nur unsere Seele stärkt, sondern auch unsere Gesundheit, konnten zahlreiche Studien und Experimente belegen. Etwa die des Gesundheitswissenschaftlers Roger Ulrich (1984), in der er darlegen konnte, dass der Anblick eines Baumes sich positiv auf die Heilung nach einer Operation auswirkt. Die Patienten benötigten weniger Schmerzmittel und die Wunden verheilten schneller, sodass sie eher nach Hause entlassen werden konnten als Vergleichsprobanden, die aus ihrem Krankenzimmer nicht auf einen Baum schauten.