Stille Panikattacke - wenn Angst und Panik im Verborgenen bleiben
30.09.2024
Können sich Symptome der klassischen und stillen Panikattacke überschneiden?
Das ist absolut möglich: Herzrasen, Atemnot, Zittern und Schwitzen sind klassische Symptome der "lauten" Panikattacke, können aber, mitunter in abgeschwächter Form, auch bei der stillen Panikattacke auftreten. Diese charakterisiert sich aber dadurch, dass die "unsichtbaren" Symptome deutlich stärker ausgeprägt sind oder gar keine sichtbaren Symptome auftreten.
Gibt es Medikamente gegen stille Panikattacken?
Medikamentöse Therapien sind zu berücksichtigen und können Betroffenen Linderung verschaffen. Ob das sinnvoll ist, ist von Einzelfall zu Einzelfall zu entscheiden. Abgesehen von den Nebenwirkungen der typischerweise starken Präparate, ist aber ebenso zu bedenken, dass dauerhafte medikamentöse Behandlungen die Vermeidungsstrategien nur noch weiter verstärken können und mitunter zu keinem offenen, nachhaltigen Umgang mit der Panikstörung und ihrer Ursache führen.
Quellen
Panic Disorder: When Fear Overwhelms: U.S. National Institutes of Health, NIH-Release No 22-MH-8077, revised 2022
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Craske, M. G., Kircanski, K., Epstein, A., Wittchen, H. U., Pine, D. S., Lewis-Fernández, R., & Hinton, D. (2010). Panic disorder: A review of DSM-IV panic disorder and proposals for DSM-V. Depression and Anxiety, 27(2), 93-112.
Meuret, A. E., White, K. S., Ritz, T., Roth, W. T., Hofmann, S. G., & Brown, T. A. (2006). Panic attack symptom dimensions and their relationship to illness characteristics in panic disorder. Journal of Psychiatric Research, 40(6), 520-527