Diese Aufzählung gibt einen guten Einblick in die To-do-Liste vieler Mütter. Doch während ein regulärer Job irgendwann am Tag endet, sind Mütter permanent im Einsatz: 24 Stunden an sieben Tagen. Ohne Pause. Dafür ernten Mütter in der Regel weder Lob, noch erhalten sie dafür ein entsprechendes Gehalt, geschweige denn eine Gehaltserhöhung. Diese mangelnde Anerkennung zählt in Kombination mit ständiger Zeitnot und höchster körperlicher sowie psychischer Anforderung zu den Top-Belastungsfaktoren unter Müttern. Hinzu kommt ein Wandel der Familienstrukturen, der zwar Gleichberechtigung suggeriert, in der Realität aber oftmals nicht vollständig gelebt wird. Noch immer ist es zumeist die Frau, die der Familie zuliebe – oft bedingt durch das geringere Gehalt – eine berufliche Auszeit nimmt. Der tägliche Widerspruch zwischen Erwartung von Gleichberechtigung in Rollen- und Arbeitsteilung und der tatsächlichen traditionellen Rollenverteilung kann ebenfalls zu einem Gesundheitsrisiko werden. „Vieles hat sich verbessiert in den vergangenen Jahrzehnten, doch klassische Haushaltsroutinen wie waschen, putzen, bügeln, einkaufen, Kinder zum Arzt bringen, den Kindergeburtstag organisieren und vieles mehr, ist immer noch Müttersache, auch wenn sie berufstätig sind“, so Anne Schilling, Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks, dazu. Dass sich somit auf der Belastungsskala einiges anhäuft, was an den körperlichen Kräften zehrt und emotional für Zündstoff sorgt, ist augenscheinlich. Nicht wenige Frauen geraten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Burn-out bei Müttern ist keine Seltenheit mehr.